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Sonnabend soll er wieder bei Union verlieren

Friedhelm Funkel kommt am Sonnabend mit Aachen an die Alte Försterei. Foto: dapd
Berlin. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben heißt es. Manchmal geht das schneller als gedacht! Wenn am Sonnabend Alemannia Aachen an der Alten Försterei gastiert, begrüßt der 1. FC Union mit deren Trainer Friedhelm Funkel einen alten Bekannten.
Was heißt da alt? Trainer Uwe Neuhaus gibt zwar zu, dass er und Funkel sich schon seit einer Ewigkeit kennen, oft die Klingen miteinander kreuzten. Aber die jüngste Begegnung liegt gerade einmal 35 Tage zurück. Da kam Funkel als Trainer des VfL Bochum in die Wuhlheide. Und ließ beim 1:2 hübsch artig die Punkte da.
„Funkel ist ein sehr erfahrener Trainer, der weiß, wie man gegen uns spielen sollte. Aber ich werde mir schon was einfallen lassen, um ihn zu überraschen“, meinte Unions Chefcoach.
Das muss er auch. Denn es gilt ja mindestens Torjäger Silvio zu ersetzen. Und auch der Einsatz von John Jairo Mosquera ist nicht gesichert. „Ich habe einen Plan B im Hinterkopf. Vielleicht spiel’ ich ja auch nur mit einem Stürmer“, ließ sich Neuhaus nicht in die Karten schauen. Was dann auf einen Einsatz von Chinedu Ede auf dem linken Flügel hindeuten würde.
Lästermäuler meinen übrigens, dass Funkel sich nach seinem Rauswurf vor neun Tagen verbessert habe. Sein VfL ist Schlusslicht, die Jungs vom Tivoli einen Platz davor!
Zwei neue Stadttouren mit viel Frauen-«Pau!er»

In zwei Führungen «Auch Frauen mach(t)en Geschichte» und «Pau!erfull - Aachener Leben gezeigt an einem Streifzug entlang der Pau» möchte die Ur-Aachenerin und Präsidentin des Zonta-Clubs Aachen Karin Wisgens Interessierten Aachen näherbringen. Die Idee zu den zwei neuen Touren entstand aus der sehr erfolgreichen «Häppchentour», die Wisgens ebenfalls ins Leben rief und führt - auf Wunsch sogar auf Öcher Platt.
Die Aachener «Frauentour» ist eine «Führung durch Aachen für Frauen über Frauen aus Aachen, die Geschichte machten». So wird beispielsweise erzählt über Hexen und die Hexenverfolgung in der Kaiserstadt, über Marktfrauen, zu deren Ehren sogar Münzen geprägt wurden, und über die Frauen von Karl dem Großen - von dem man sagt, dass er ein Weiberheld gewesen sei. Die Tour klingt aus bei einem Glas Wein und einem kleinen Snack im Weinhaus Lesmeister in der Pontstraße.
Die zweite Führung führt - wie der Name schon sagt - entlang der Pau, Aachens größtem Bach, der, obwohl er nicht immer an der Oberfläche zu sehen ist, eng mit der Geschichte und dem Leben Aachens verbunden ist. «An der Pau entlang kann man sehr schön das Leben in Aachen aufzeigen», erklärt Wisgens, die ehrenamtlich durch die Aachener Straßen führt. Los geht es im Villenviertel, wo die Pau entspringt, weiter über den Hangeweiher in das Stadtzentrum, vorbei am Elisenbrunnen und schließlich zum Multikultiviertel Gasborn. «Da gibt es dann auch Fritten für um hier zu essen», lacht Wisgens.
Der komplette Erlös der Themen-Stadtführungen kommt dem Projekt «Pau!er Girls mit Rückenwind» des Zonta-Clubs zugute. In dem Projekt werden Mädchen der Hauptschule Aretzstraße in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, «sie werden stabil gemacht», so Claudia Dechamps, Mitglied des Aachener Frauenzusammenschlusses. «Am Anfang sind die Mädchen teilweise nicht in der Lage, sich in drei Sätzen vorzustellen, nachher können sie frei reden».
Mit dem Erlös der Stadtführungen und anderen Aktivitäten des 1997 gegründeten Clubs finanzieren die Aachener Frauen eine Sozialpädagogin, die einmal in der Woche mit den Mädchen arbeitet. «In einen Menschen zu investieren, damit dieser anderen Menschen hilft, ist der effektivste Weg zu helfen», sagt Dechamps. «Außerdem treffen wir uns einmal jährlich mit den Mädchen». Dies sei immer ein ganz tolles Erlebnis, erzählt Dechamps weiter, jedes Mal seien neue Fortschritte zu sehen. «Auf dem Weihnachtsmarkt soll das Projekt weiter ausgebaut werden», berichtet Wisgens, «eventuell wollen wir auch noch Mädchen an anderen Schulen helfen» - damit auch diese Aachener Frauen vielleicht später einmal Geschichte machen und in Stadtführungen über sie berichtet werden kann.
Beide Touren dauernjeweils zwei Stunden
Bei der Frauentour kostet die Teilnahme 20 Euro pro Person bei einer Mindestteilnehmerzahl von 10 Personen, ein Glas Wein und ein Snack sind inbegriffen.
Die Pau-Tour kostet 10 Euro pro Person bei einer Mindestteilnehmerzahl von 10 Personen.
Die Touren sind für Gruppen buchbar bei Karin Wisgens, Tel. 0151/54042035.
Freigänger tötet Mann

Vermerk belastet JVA Aachen
Einem Strafgefangenen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen wird vorgeworfen, während seines Hafturlaubs im Juli gemeinsam mit zwei Mittätern einen Mann getötet zu haben. Mitarbeiter der JVA sollen gegen Bestimmungen verstoßen haben, nun beschäftigt sich der Rechtsausschuss des Landtags mit dem Fall.
Der 28-jährige Häftling verbüßte wegen gefährlicher Körperverletzung eine vierjährige Haftstrafe und hätte drei Wochen später entlassen werden sollen. Aus internen Justizunterlagen, die unserer Redaktion vorliegen, geht hervor, dass Mitarbeiter der JVA offenbar gegen Bestimmungen der Lockerungsprüfung verstoßen haben.
Könnte der Mann noch leben?
Die CDU will den Fall am Mittwoch im Rechtsausschuss des Landtags thematisieren. "Wir werden den Justizminister fragen, ob ein Mensch noch leben könnte, wenn man die Risiken des Freigangs korrekt abgewogen hätte", sagte Peter Biesenbach, Vize-Fraktionschef der CDU-Landtagsfraktion.
Eine Serie von Zwischenfällen in der JVA Aachen mache deutlich, dass die Leiterin der Anstalt, Reina Blikslager, mit ihrer Aufgabe überfordert sei. Am Wochenende hatte sich in Aachen ein 75-Jähriger in der Untersuchungshaft erhängt. Anfang des Monats hatte ein Gefangener seine Zelle in Brand gesetzt; ein anderer Häftling musste nach einer Schlägerei in die Klinik gebracht werden. "Wir fordern, dass die Leiterin abberufen wird", sagte Biesenbach.
Ein Sprecher des Justizministeriums wies die Vorwürfe zurück. Die Opposition verbreite "Halbwahrheiten", hieß es. Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) will sich heute zu dem Fall äußern.
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