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Ein Schock wie in Aachen droht Stolberg nicht

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Stolberg. Das Entsetzen war groß, als der Stadtrat in Aachen in der vergangenen Woche entschied, die vom Einzelhandelsverband vorgeschlagenen insgesamt 17 Termine für verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt und den Außenbezirken abzulehnen. Nach derzeitiger Sachlage wird es in Aachen demnach dieses Jahr gar keine verkaufsoffenen Sonntage geben.

In Stolbergs Innenstadt werden dieses Jahr nach wie vor die Geschäftstüren an vier Sonntagen geöffnet. «Die verkaufsoffenene Sonntage sind für die Geschäfte unwahrscheinlich wichtig. Gut plaziert, können sie den Monatsumsatz ganz schön steigern. Da gerade in Stolberg der Samstag ein ungewöhnlich schwacher Einkaufstag ist, bringen diese Sonntage einen guten Ausgleich», erklärt Patric Peters vom Stadtmarketing Stolberg (SMS). Peters glaubt aber auch, dass das letzte Wort in Aachen noch nicht gefallen ist: «Dem Stadtrat wurde eine Liste mit 17 Terminvorschlägen auf einmal vorgelegt. Das war wahrscheinlich einfach zu viel.»

Auch Hatty Glasneck, Vorsitzende der Gemeinschaftsinitiative Oberstolberg (GIO), sieht die Entscheidung des Aachener Stadtrates kritisch. «Ich kann das wirklich nur bedauern», sagt sie «denn Bürger können die geschäftsoffenen Sonntage als Chance nutzen, in Ruhe mit der ganzen Familie einkaufen zu gehen. Davon profitieren natürlich auch die Geschäftsleute.»

Ahmet Ekin, 2. Vorsitzender der türkischen Mittelstandsvereinigung Side, bezeichnet die Aachener Entscheidung als eine «mittlere Katastrophe für die Geschäftsleute. Die geschäftsoffenen Sonntage rentieren sich immer sehr», sagt er. «Da profitieren ja beide Seiten. Natürlich die Geschäfte, aber auch die Kunden, die in Ruhe einkaufen können.»

Auch laut Klaus Victor, Geschäftsführer des gleichnamigen Kaufhauses im Steinweg, war es «definitiv eine schlechte Entscheidung», die Sonntage nicht zu genehmigen. Seiner Meinung nach verliert die Stadt Aachen damit eindeutig an Attraktivität. In Nordrhein-Westfalen sind vier geschäftsoffene Sonntage pro Jahr und Stadtbezirk gesetzlich erlaubt. «An diesen vier Sonntagen geht es in erster Linie gar nicht um Umsätze. Vielmehr hat man die Gelegenheit, neue Kunden an das Haus zu binden.» Victor sieht auch kein Problem darin, dass Mitarbeiter ausnahmsweise sonntags arbeiten, zumal es im Kaufhaus Victor einen Lohnaufschlag gibt.

Aber nicht alle Stolberger sehen den geschäftsoffenen Sonntag uneingeschränkt positiv. Jutta Nießen-Dohmen, zukünftige Inhaberin des Kinderhauses Dohmen, findet drei verkaufsoffene Sonntage allein im letzten Jahresdrittel zu viel: «Da sehen die Kunden irgendwann gar keine Atraktion mehr darin, sonntags einzukaufen. »

Auch Katrin Küpper, Auszubildende im Kaufhaus Victor, betrachtet Vor- und Nachteile der Arbeit am Sonntag: «Einerseits ist es natürlich schade, an einem Sonntag zur Arbeit fahren zu müssen, gerade wenn der Rest der Familie frei hat. Auf der anderen Seite ist sonntags die Atmosphäre schöner als sonst, da die Kunden entspannter und lockerer sind.»

Zwar muss auch in Stolberg der Rat noch entscheiden; dass er die offenen Sonntage aber streicht, ist nicht zu erwarten. Der erste ist für den 9. Mai (Muttertag) geplant, dann findet das Frühlingsfest der GIO statt. Am Sonntag, 19. September, soll es im Rahmen der Stadtparty das zweite Einkaufsvergnügen geben. Der dritte Termin ist für Sonntag, 7. November, vorgesehen, der letzte verkaufsoffene Sonntag soll am zweiten Advent, 5. Dezember, stattfinden.

Darüber hinaus hat bislang Breinig zwei eigene verkaufsoffene Sonntage angemeldet.

 

Aachener Friedenstage: Vorträge, Theater, Filme

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So mancher wissenschaftliche Fortschritt birgt auch Gefahren. «Die Technik schafft manchmal schreckliche Möglichkeiten», meint Prof. Dr. Dietrich Meyer-Ebrecht und denkt dabei etwa an Atomwaffen, die Kriegen neue Dimensionen gaben.

Doch ein Technikfeind ist der Informatiker mit Sicherheit nicht: «Naturwissenschaftlich-technische Forschung kann auch erheblich dazu beitragen, Frieden zu schaffen.» Wie genau dies funktionieren kann, wird am Dienstag, 9. März, Dr. Jürgen Altmann, Friedensforscher der Universität Dortmund im Rahmen eines Vortrags erklären.

Gleichzeitig läutet Altmann damit die 11. Aachener Friedenstage des Aachener Friedenspreis e.V. ein, die wieder mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen für Frieden werben und auf die Konflikte der Welt hinweisen möchten.

«Die Friedenstage», erläuterte der Vorsitzende des Aachener Friedenspreises, Karl Heinz Otten, «sind für uns mittlerweile eine sehr lieb gewonnene Tradition geworden». Eine Tradition, in die die Verantwortlichen auch in diesem Jahr viel Mühe investiert haben, um gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern ein Programm auf die Beine zu stellen, das auch abseits der Friedenspreisverleihung am 1. September das Thema «Frieden» ins öffentliche Bewusstsein rückt.

Vorträge, Theaterstücke und ein Film erwarten dabei die Besucher. Auf die Bühne wird dabei zum Einen der Friedenspreisträger des Vorjahres, das Ensemble «Berliner Compagnie», das Stück «Schöne eine Welt bringen», zum anderen präsentiert das «Chaostheater» eine Bühnenadaption des Kubrick-Films «Clockwork Orange». Die Citykirche nimmt mit der Vorführung des Films «Drachenläufer» an den Friedenstagen teil, der das Schicksal zweier Freunde in Afghanistan eindrucksvoll schildert.

Reichlich Informationen und Gelegenheit zu Diskussionen bietet die von Prof. Dr. Dietrich Meyer-Ebrecht mitinitiierte dreiteilige Vortragsreihe «Frieden durch Technik». Die «Würselener Initiative für den Frieden» steuert einen Vortrag zum Thema «Weltmacht Europa - auf dem Weg in weltweite Kriege» bei, während der Aachener Tauschring «Öcher Talente» unter dem Titel «Anders Wirtschaften» sein innovatives Konzept vorstellen möchte.
 

Beethoven, Schubert, Simons beim Kammerkonzert

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Gegensätzlicher lässt sich ein Programm kaum zusammenstellen. Schuberts versöhnliches «Forellen»-Quintett wird mit Beethovens knochenharter «Großen Fuge» konfrontiert, und im Zentrum wartete noch eine waschechte Uraufführung auf das Publikum des 3. Kammerkonzerts im wiederum voll besetzten Spiegelfoyer des Aachener Theaters.

Für Marijn Simons, Konzertmeister des Aachener Sinfonieorchesters, bedeutet Komponieren mehr als nur eine Ablenkung von Orchesteralltag. Um die 60 Werke stammen aus seiner Feder, und mit «Fnn´s Fantasy» für Viola und Ensemble op. 49 aus dem Jahre 2008 begab er sich in die Fußstapfen der inspirierten Kammermusiken Paul Hindemiths.

Eine zehnminütige, formal rhapsodisch freie Komposition mit ausdehnten Solo-Elegien, jazzig vitalen Teilen und einem in klärend-abgeklärtem Dur endenden Abgesang, die dem Solisten, Kollegen und Widmungsträger Andrew Simpson reichlich Gelegenheit bietet, die virtuosen und kantablen Möglichkeiten der Bratsche und seiner Kunst zu präsentieren. Das mit Piccoloflöte, Kontrafagott und Keyboard ungewöhnlich besetzte Ensemble wirkte freilich stark in den Hintergrund gerückt und könnte von Simons ein wenig aktiver ins Geschehen eingebunden werden. Dennoch viel Beifall für eine hörenswerte Uraufführung.

Nahezu ungetrübtes Vergnügen bereitete auch die frische, unkomplizierte und spieltechnisch untadelige Interpretation des berühmten «Forellen»-Quintetts von Franz Schubert mit Felix Giglberger an der Violine und Karina Sabac am Klavier. Nicht ganz so glücklich gelang Beethovens «Große Fuge» op. 133. Die Einleitung ließ jene zupackende Konsequenz vermissen, mit denen die nicht immer intonationssicheren Musiker den Hauptteil überstrapazierten. In dem dynamischen Einheitsforte verschwammen die Stimmverläufe, so dass das nach Strawinskys Einschätzung «zeitgenössischste Musikstück, das ich kenne» noch «moderner» klang als nötig.

Viel Beifall für ein interessantes Kammerkonzert, das Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt wird.

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