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„Rigoletto“ in Düsseldorf
Wenig italienisches Blut
Diesen Abstecher in die Stadt rheinabwärts haben wohl viele Opernfans bereut: Die Premiere von „Rigoletto“ in der Inszenierung von David Hermann an der Deutschen Oper am Rhein war enttäuschend. Einzig die Sangesleistungen konnten überzeugen.

Szene aus dem Düsseldorfer "Rigoletto". (Bild: Thilo Beu)
Sein Zufluchtsort ist ein Gewächshaus. Doch statt blühender Pflanzenpracht erwartet den Besucher durstiges Dauergrün. Egal. Denn für Rigoletto, den Hofnarren im Herzogtum Mantua, ist dieses Glashaus lediglich Zwischenstation auf dem Weg in den Keller. Dort, einer nackten Gefängniszelle, bewahrt er seine Tochter Gilda auf, um sie vor dem Zugriff umtriebiger Freier, insbesondere vor dem Herzog, zu schützen. Vergeblich.
Dieses ist eines von mehreren einprägsamen Bildern, die David Hermann für seine Inszenierung von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ an der Düsseldorfer Rheinoper gefunden hat. Auch die Eingangsszene mit einem Chor, der vor seinem Herrn, dem zynischen Herzog, duckt und im wahrsten Sinne buckelt, ist beredt, zumal Rigoletto, der eigentlich Bucklige, als Gefangener die Bühne betritt. Erst nachdem er sich von seinen symbolischen Fesseln befreit hat, nimmt seine Rachlust urwüchsig-unkontrollierbar Formen an.
Hermanns Regiearbeit zeigt eine Vorliebe fürs Abstrakte. Das gilt sowohl für die Farben - die Kostüme der Hauptfiguren öden alle in Grau - als auch für die Bühnenelemente. Wenn der Herzog die leichte Verführbarkeit von Frauenherzen besingt, tänzelt er auf einem schaukelnden Rechteck, das - so fragt man sich - wofür steht? Mit Beginn des zweiten Aktes verebbt das Niveau rapide. Hermann stellt ein Heer von unbekleideten Puppen auf die Bühne. Eine dürftige Idee, die auch nicht dadurch aufgewertet wird, dass sich Rigoletto am Ende einer dieser Puppen zuwendet und seine sterbende Tochter hinter ihm verkennt.
Der Intendant zog die Reißleine
Szenisch ist dieser „Rigoletto“ unter dem Strich kein großer Wurf. Dabei hatte er doch schon im vergangenen Herbst schon für Schlagzeilen gesorgt, als die in Duisburg geplante Premiere abgesagt und auf konzertantes Maß reduziert wurde. Christoph Meyer, Intendant der Rheinoper, hatte nach der ersten Bühnenprobe die Reißleine gezogen. Er gab Hermann Zeit, sein offenbar überladenes Konzept zu entschlacken. Wie gut, dass die Rheinoper über zwei Häuser verfügt und die Gewissheit einer automatischen Zweit-Premiere. . .
Musikalisch sind die von Johannes Debus geleiteten Düsseldorfer Symphoniker eine Enttäuschung. Kein rhythmischer Schliff, kein italienisches Blut in der dynamischen Gestaltung. Sängerisch gleicht die Aufführung hingegen vieles aus. Andrej Dunaev ist ein sicherer, mit klarer Stimme ausgestatteter Herzog, und mit Boris Statsenko steht ein wunderbarer Charakterdarsteller zur Verfügung. Mag sein Rigoletto zwar nicht als Muster für vokalen Balsam dienen, aber die Intensität, die Wucht und auch die gelegentliche Rohheit, mit der er die Titelfigur ausstattet, gehen unter die Haut.
Als Glücksgriff erweist sich Olesya Golovneva als Gilda, die seit dieser Saison zum Ensemble der Rheinoper gehört. Was hat diese Frau für Möglichkeiten! Ihr Sopran flutet durch alle Höhen und Tiefen, durch alle Lautstärkegrade mit einer Mischung aus Weichheit und Strahlkraft. Wenn sie ihre Töne erzeugt, gelingt ihr das mit minimaler Luftzufuhr und größter Leichtigkeit. Diese Stimme hat etwas Seltenes: Sie berührt - und lässt manche Schwächen des Abends vergessen.
Helfer mit Messer bedroht
Düsseldorf. Ein Betrunkener hat am frühen Samstagmorgen um kurz vor 4 Uhr vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof eine Person angegriffen und verletzt. Als ein 24-jähriger Düsseldorfer einschritt, bedrohte ihn der Angreifer mit einem Küchenmesser.

Die Bundespolizisten konnten zwar den Täter stellen, suchen allerdings noch das Opfer der Körperverletzung vorm Hauptbahnhof. Foto: RPO/ Anne Weissschädel
Der 24-jährigen Düsseldorfers beobachtetete laut Polizei-Angaben die Körperverletzung auf dem Konrad-Adenaur-Platz gegen 3.50 Uhr. Nachdem er dem Opfer zu Hilfe kommen wollte und ihn der der ebenfalls 24-jährige Angreifer mit einem Messer bedrohte, flüchtete der Täter in die U-Bahn-Station unterm Hauptbahnhof. Nach der Flucht des Angreifers informierte der couragierte Helfer die Bundespolizei.
Die Beamten durchsuchten den Hauptbahnhof und fanden bei einem Tatverdächtigen das besagte Küchenmesser. Ein Alkoholtest ergab bei dem Beschuldigten einen Wert von 1,16 Promille. Zwar leiteten die Bundespolizisten gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung und Körperverletzung ein, doch das Opfer der Körperverletzung fanden sie nicht mehr.
Die Bundespolizei am Düsseldorfer Hauptbahnhof bittet die Person, sich zu melden.
Büskens Rückkehr in die Heimat Düsseldorf
Fürths Coach Mike Büskens kehrt heute nach Düsseldorf zurück und will der Fortuna "die Freude rauben". Im Zweitliga-Keller kann es in zwei direkten Duellen spannend werden.

Quelle: Bongarts/Getty Images
Mike Büskens zurück an alter Wirkungsstätte
Drei Spiele stehen heute zum Auftakt des 25. Spieltags der 2. Bundesliga an. Das Tabellenschlusslicht aus Ahlen muss zu Hansa Rostock, während RWO die TuS aus Koblenz empfängt. Das Topspiel am Freitagabend findet um 20.30 Uhr (Liveticker auf ran.de) in Düsseldorf statt. Dort empfängt die Fortuna die SpVgg Greuther Fürth.
Hansa Rostock will derweil gegen Rot Weiss Ahlen (ab 18 Uhr, live bei Sky und auf Liga total) den ersten Sieg unter Trainer Thomas Finck einfahren. Nach dem torlosen Unentschieden gegen Union Berlin und der 0:1-Niederlage gegen Fürth befindet sich die "Hansa-Kogge" noch tiefer im Abstiegsstrudel. Daher ist das Spiel gegen die Ostwestfalen für Finck ein "ganz, ganz wichtiges".
Raus aus dem Keller will auch Ahlens Trainer Christian Hock. Ahlen hat in den bisherigen Rückrundenspielen bereits mehr Punkte eingesammelt als in der kompletten Hinrunde. Der Trend zeigt nach oben. Daher geht man auch mit besonders viel Selbstvertrauen in das Abstiegsduell. Die Chance besteht, bereits bei einem Unentschieden die "Rote Laterne" erstmals seit dem zehnten Spieltag wieder abgeben zu können. Ahlen muss auf Momar N'Diaye, Sascha Gorschlüter, Thomas Bröker und auch auf Dusko Stajic verzichten, der mit Verdacht auf Muskelfaserriss in der Wade gegen Rostock fraglich ist. Baldo Di Gregorio fehlt wegen seiner zehnten Gelben Karte. Bei der Hansa kehren heute der Südafrikaner Bradley Carnell und die beiden Isländer Helgi Valur Danielsson und Gardar Johansson von ihren Länderspielreisen zurück.
RWO hofft auf Dreier, TuS steht unter Zugzwang
Abstiegskampf ist auch in der zweiten Partie angesagt (ab 18 Uhr, live bei Sky und auf Liga total). Gastgeber Rot-Weiß Oberhausen geht mit gedrosselten Ambitionen in das Duell gegen die TuS Koblenz. RWO-Trainer Günter Bruns sagte dem kicker: "Ein Dreier wäre schon ein schöner Schritt für uns, aber wir können auch gut mit einem Punkt leben." Noch liegt man drei Punkte vor einem Relegationsplatz, doch die Trendkurve zeigt weiter nach unten.
Weniger gelassen geht die TuS ins Spiel. Drei Punkte müssen her, um den Abstand auf den Relegationsplatz zu verringern. "Die Mannschaft lebt", versichert Trainer Petrik Sander. Eine optimale Einstellung auf das Spiel verhinderte die Länderspielpause, da die drei Stützen Matej Mavric, Ervin Skela und Edmond Kapllani fehlten. Verletzt fehlen der TuS weiterhin Zoltan Stieber und Christian Müller. Bei RWO fällt Mike Tullberg mit einem erneuten Muskelfaserriss aus.
Fortuna will Heimnimbus wahren
Im heutigen Topspiel empfängt Aufstiegsaspirant Fortuna die wiedererstarkten Kleeblätter aus Fürth. Die Favoritenrolle liegt beim zu Hause noch unbezwungenen Aufsteiger, die sich mit einem Sieg weiter Hoffnungen auf einen Durchmarsch in die Bundesliga machen können. Fürths neuer Trainer Mike Büskens kehrt unterdessen mit gemischten Gefühlen in seine Heimatstadt zurück. Gegen seinen Jugendverein und erste Profistation zu spielen, sei für ihn "etwas Besonderes", ließ er auf der Homepage von Fortuna Düsseldorf verlauten. Verzichten muss Büskens auf Bernd Nehrig (Magen-Darm-Infekt) und auf Edgar Prib. Bei der Fortuna fehlen der verletzte Michael Melka und der gesperrte Andreas Lambertz.
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