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3.000 Euro für Diabetes Programm Köln
Biopharma-Unternehmen UCB überreicht Scheck an Förderverein für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus e.V.
Seit April 2011 bereiten sich die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Diabetes Programms Köln unter sportwissenschaftlicher und medizinischer Aufsicht intensiv auf den diesjährigen Köln Marathon vor. Nun trennen die Läuferinnen und Läufer, die an Diabetes Typ 2 oder Typ 1 erkrankt sind, nur noch wenige Tage von ihrem großen Ziel - dem Start bei einem der größten Laufevents Deutschlands. Bei der finalen Informationsveranstaltung am 22. September 2011 in der Deutschen Sporthochschule Köln erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal letzte Vorbereitungs- und Wettkampftipps sowie zahlreiche medizinische Ratschläge für den Köln Marathon.
Im Rahmen der Veranstaltung übergab Steffen Fritzsche vom Biopharma-Unternehmen UCB einen Scheck über 3.000 Euro an Georg Fabian, den 1. Vorsitzenden des Fördervereins für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus e.V. Das Geld stammt aus der Spendenaktion "Lauf den Zucker runter", bei der sich Passanten in der Kölner Innenstadt vor und nach körperlicher Betätigung den Blutzucker messen lassen konnten. Anschließend wurde jede runtergelaufene Blutzucker-Einheit von UCB mit 10 Euro honoriert.
Das Geld wird nun für das Projekt Schulung und Sport für Kinder und Jugendliche mit Diabetes eingesetzt. Hierdurch soll die Aufklärungsarbeit und die Integration von Kindern im Schulumfeld vorangetrieben werden. "Für UCB steht das Patientenwohl an erster Stelle", erklärte Unternehmenssprecher Steffen Fritzsche. "Deshalb freut es uns, dass wir neben der Unterstützung des Diabetes Programm Köln nun auch mit dieser Spende dazu beitragen können, das Leben von Menschen mit Diabetes zu verbessern."
Idee und Ziel des Diabetes Programm Köln ist es, Diabetiker Typ 1 und Typ 2 zu regelmäßiger sportlicher Aktivität zu motivieren, um ihre Gesundheitswerte nachhaltig zu verbessern. Sport bietet insbesondere für die über sieben Millionen Diabetiker des Typs 2 in Deutschland eine große Chance die Krankheit ohne Medikamente in den Griff zu bekommen und Spätfolgen zu vermeiden.
Herausragendes Merkmal des Diabetes Programm Köln ist die professionelle und ganzheitliche Begleitung der Teilnehmer durch die Sporthochschule Köln. Es beinhaltet eine Leistungsdiagnostik, einen individuell abgestimmten Trainingsplan, zahlreiche Info-Veranstaltungen und ein Lauftraining in kleinen Gruppen. Nähere Informationen sowie die Möglichkeit zur Voranmeldung für das Jahr 2012 erhalten Sie unter www.diabetes-programm-koeln.de.
Zug um Zug ein neuer Mord

Hedwig Neven DuMont: Backgammon Kriminalroman, Lübbe, 380 Seiten, 8,99 Euro (FOTO: MZ)
KÖLN/MZ. Eine alte Dame wird tot in ihrem Bett aufgefunden. Herzversagen, diagnostiziert der eilig herbeigerufene Notarzt. Elisabeth Kranz-Singer war schließlich über 90 Jahre alt. Was sonst, wenn nicht die Schwäche ihres eigenen Körpers soll die gebürtige Ungarin umgebracht haben? Natürlich irrt sich der Notarzt. Elisabeth Kranz-Singer ist ermordet worden - zwei nadelfeine Einstiche eine Handbreit unter ihrem linken Schulterblatt sind der Beweis dafür. Und schon stecken wir bis über beide Ohren in einem komplizierten Kriminalfall, der mitten in Köln spielt.
"Backgammon" heißt der knapp 400 Seiten starke Debütroman von Hedwig Neven DuMont, und er hat alles, was zu einem anständigen Start ins Krimigeschäft dazugehört: mehrere arme Opfer, einen reichlich durchgeknallten potenziellen Täter, ein sympathisches Ermittlerteam und eine Liebesgeschichte, der wir alles Gute für die Zukunft wünschen.
Die Kölner Kommissarin Clara, eine Nachbarin von Elisabeth Kranz-Singer, bringt die Ermittlungen ins Rollen. Die beiden Frauen standen sich trotz des großen Altersunterschiedes zwischen ihnen nahe. Jayja, wie Clara die alte Dame zärtlich nennt, war wie eine Großmutter für die junge Frau. Und doch muss Clara schnell feststellen, dass sie nur wenig weiß über die Vergangenheit ihrer geliebten Jayja. Woher stammte sie? Welche Verbindungen hatte sie nach Chile in Südamerika? Und warum bekam sie nie Besuch? Mit Hilfe ihres Freundes und Kollegen Michael kommt Clara allmählich dem Geheimnis ihrer Nachbarin auf die Spur. Ein Zettel, auf dem Jayja einige Backgammon-Spielzüge notiert hat, helfen ihr weiter. Da geschieht der nächste Mord.
Parallel dazu wird die Geschichte eines geheimnisvollen Unbekannten erzählt. Jeden Morgen bindet er sich vor dem großen Spiegel an der Innenseite der Badezimmertür seine Krawatte. Jeden Tag ist es eine andere. Er streicht sich mit der Bürste durchs Haar und füttert die Katze. Ein Schälchen Milch, eine Scheibe Schinken für das Tier. Dann verlässt er das Haus, ein Kontrollfreak und Pedant, mit dem man irgendwann Mitleid bekommt.
Wer er ist und welche unheilvolle Rolle er im Leben von Jayja gespielt hat, erfährt der Leser erst nach und nach. Vieles kann er sich kombinieren, anderes ist eine große Überraschung. Und mancher Anfangsverdacht geht, wie bei jedem guten Krimi, ins Leere. Die Lösung des Rätsels um den Tod Jayjas liegt weit zurück in der Vergangenheit von Opfer und Täter.
Hedwig Neven DuMonts Thema ist das einer tiefen Verletzung, die sich in Gewalt entlädt und viele Jahre später weitere Gewalttaten nach sich zieht. Das liest sich spannend, zumal die Autorin manch falsche Fährte legt. Eingebettet in den Kriminalfall wird die Entstehung eines großen Sozialprojekts für benachteiligte Jugendliche erzählt. Geschickt nutzt Hedwig Neven DuMont die Kriminalstory, um auf die oft verzweifelte Situation junger Obdachloser in Köln aufmerksam zu machen und gegen Vorurteile anzugehen. Das ist ein ehrenwertes Anliegen, von dem auch ihre Leser profitieren. Sie bekommen quasi zwei Geschichten in einem Buch erzählt.
Ein Brötchen als Mordwaffe - Kulinarische Kriminalromane sprechen den Leser an
Kulinarisches ist mehr als eine köstliche Beilage in den Krimis von Carsten Sebastian Henn. Es ist der Kern, um den sich die Geschichten des 41-Jährigen aus Hürth bei Köln spinnen – bis hin zum Mord selbst. So wird im neuen Julius-Eichendorff-Band „Carpe Vinum“, der am Montag im Emons-Verlag erschienen ist, ein Bäcker mit seinem Brötchen, nein, nicht erschlagen – erstochen.
„Carpe Vinum“ ist der sechste Fall des kugelbäuchigen Kochs aus dem Ahrtal. Eigentlich hätte die Serie mit der Heirat von Julius und Hauptkommissarin Anna enden sollen, meint Henn. Doch der Verlag habe sich ein Kochbuch gewünscht zu den Gerichten aus den Krimis. Aber nur ein Kochbuch sei ihm zu wenig gewesen. Und weil sich die Fans eine Fortsetzung der Serie wünschten, sei ihm klar gewesen: Das gibt einen weiteren Band inklusive Rezepten. Nun hat der Leser ein literarisches Kochbuch mit einem neuen Eichendorff-Fall. In „In Vino Veritas“ schlägt Henns kochender Amateurdetektiv erstmals zu. Darin wird der berühmteste Winzer der Ahr-Region tot in einem Maischebottich aufgefunden. Vergiften – das kann schließlich jeder. Dabei ist es, so Angela Eßer (52) vom Syndikat, der Vereinigung deutscher Krimiautoren, Autorin und Herausgeberin von Krimi-Anthologien, die klassische Variante.
Mit Zyankali gewürzt 
Zu Zeiten, als chemische Analyse in den Kinderschuhen steckten und DNA-Untersuchungen unbekannt waren, wurde wie wild mit Esswaren gemordet: mit Pilzen, Fisch, aber auch Mandeln. So habe Agatha Christie in ihren Romanen öfters Zyankali verwendet, sagt Eßer. In anderen Ländern seien kulinarische Krimis schon länger populär, weiß Henn. Auch er reist inzwischen durch Europa. Dazu hat er eine neue Serie begonnen mit dem kauzigen Kulinarik-Professor Dr. Dr. Adalbert Bietigheim als Hobbydetektiv. Der erste Band „Die letzte Reifung“ spielt im Burgund. Auf seiner „Tour de Fromage“ deckt Bietigheim Morde im Käse-Metier auf. Weitere Bände sind in Planung. In Deutschland sprächen ihn die meisten Leute beim Begriff „kulinarische Krimis“ auf „Es muss nicht immer Kaviar sein“ von Johannes Mario Simmel an, sagt Henn. Einzelbände gebe es öfter. „Als Serie bin ich, glaube ich, mit der Julius-Eichendorff- Reihe (2002) der Erste in Deutschland.“ Und es bleibe eine überschaubare Gruppe. Einen Trend zu kulinarischen Krimis kann auch Eßer nicht erkennen. Heimatkrimis seien der Hype, besonders die, die in Alpen und Allgäu spielten, sind sich Eßer und Henn einig. Aber: „Es spricht für sich, dass sich die kulinarischen Krimis gut verkaufen." Das gelte auch für ausländische wie etwa „Donna Leon“, sagt Eßer. „Essen ist ein stückweit Lebensqualität, das spricht die Leser an.“ Kriminell gutes Essen gibt es im Krimihotel in Hillesheim, vom „letzten Süpplein über ein belastendes Indiz“ (einer Vorspeise) bis hin zu Hauptgerichten wie „Pasta Alfonso Capone“ oder „Die gewürgte Ente“. „Essen ist ein Hauptfaktor bei uns“, sagt Direktor Christoph Böhnke (36). „Wir bekommen sehr gute Resonanz und scheinen mit unserer Speisenauswahl den Geschmack der Gäste zu treffen.“ Außerdem gibt es Krimiautoren zum Anfassen. Dabei könnten die Leser jemanden, den sie im Buch mögen, näher kennenlernen. „Wir haben Autoren zu Gast, die das Essen mit Lesungen begleiten.“ Meist seien es Kurzgeschichten, die thematisch mit den Gerichten abgestimmt seien. Dazu gehöre etwa eine Teatime mit Klassikern wie Scones und Sandwiches – eine Hommage an die englischen Klassiker. „Die Autoren sind für die literarischen Leckerbissen zuständig – wir für die kulinarischen.“ Der Trend gehe zu Themenarrangements, sagt Böhnke, ob Rittermahl oder Krimidinner. „In unseren Krimitagen und -wochenenden wird richtig ermittelt. Da wird der Hotelgast zum Chefermittler.“ Essen tue man gerne, lesen auch, sagt Eßer. „Warum nicht beides zusammenbringen?“ Es sei eine tolle Kombination, ein Buch zusammen mit Wein oder einem Essen zu verschenken. Sie glaubt nicht, dass ein Roman sich gut verkaufe, nur weil er kulinarisch sei. „Das ist nicht unbedingt ein Erfolgsrezept.“ Doch essen und trinken kommt irgendwie in allen Krimis vor. Auch in Ian Flemings „James Bond". Denn wie heißt es bei 007? „Vodka Martini – shaken, not stirred“ („Geschüttelt, nicht gerührt“).
Carsten Sebastian Henn: Carpe Vinum, Emons-Verlag , 224 Seiten, ISBN 978-3-89705-848-4, 16,95 Euro. Carsten Sebastian Henn: Die letzte Reifung, Pendo- Verlag München, 304 Seiten, ISBN 978-3-86612-252-9, 12,90 Euro.
Fahrradstaffel der Malteser betreute rund 80 Kilometer Weg
Auf den Pilgerwegen bereit zu helfen: die Fahrradstaffel des Malteser-Hilfsdienstes - v.l.Marco Bickendorf, Carsten Prömpers, Torsten Fassbender, Tim Hübertz, Christian Paul und Thomas Hamacher. Foto: Monika Köckritz 
Auf den ersten Blick sehen sie aus wie eine Gruppe besonders sportlicher Fahrradfahrer. Aber dann sind da die Erste-Hilfe-Kästen auf den Gepäckträgern und die Funkgeräte in der Brusttasche, die verwunderte Blicke auf sich ziehen.
Etzelsbach. Derart ausgerüstet ist die Fahrradstaffel des Malteser-Hilfsdienstes, die gestern die Pilgerwege rund um die Wallfahrtskapelle Etzelsbach betreute.
Für etwa 80 Kilometer der Wege sind sie zuständig: Marco Bickendorf, Carsten Prämpers, Torsten Fassbender, Tim Hübertz, Christian Paul und Thomas Hamacher. Allesamt sind sie nicht nur an diesem außergewöhnlichen Tag ehrenamtlich tätig, die Helfer, die aus Bedburg bei Köln kommen und die nach Kräften die aus ganz Deutschland zusammengeholten Kollegen unterstützen.
"Wir haben uns darauf gefreut. Ein Papstbesuch ist doch etwas besonderes", ist einstimmig zu hören. Gerüstet sind sie für alle denkbaren Zwischenfälle - vom umgeknickten Fuß der Wanderer und Pilger bis zum möglichen Schwächeanfall. Und vom simplen Pflaster bis hin zum Beatmungsbeutel haben sie alles dabei, um schnell erste Maßnahmen einleiten zu können, kleine Wunden oder Blasen an den Füßen fix zu versorgen, aber auch bei größeren Problemen sofort zu helfen. Auch eine Rettungsdecke ist "an Bord", um schnell jemanden ein paar Meter dorthin zu bringen, wo dann ein Krankenwagen den Hilfsbedürftigen abholen kann, um ihn so schnell wie möglich ins nächste Krankenhaus zu bringen oder die weitere Versorgung zu übernehmen.
Bewährungsprobe auf Marienfeld
Seit einem Monat haben sie sich vorbereitet, haben noch ein zusätzliches Sicherheitstraining absolviert. Ihren Einsatz gestern haben sie früh bereits um 7.30 Uhr gestartet, um auch schon für die ersten Pilgerströme da zu sein. Bis 2 Uhr heute Nacht waren sie in Bereitschaft, fuhren zwischen Wingerode, Beuren und dem Pilgerfeld hin und her. Bewährt hat sich die Fahrradstaffel der Malteser erstmals im großen Stil beim Weltjugendtag 2005 in Köln. Da waren ihre Dienste auf dem Marienfeld gefragt, beim großen Abschlussgottesdienst, ebenfalls mit dem frisch gewählten Papst Benedikt XVI.. Die Fahrradfahrer der Malteser übernahmen den Transport der Medikamente.
Nach den Tagen in Köln wurden die Fahrräder allerdings ein weiteres Mal aufgerüstet, erhielten noch eine zusätzliche Beleuchtung und den teils lebenswichtigen Funk. Damit können sie nun noch schneller reagieren, weitere Hilfe anfordern oder Diagnosen zur weiteren Behandlung durchgeben. Etwa fünf Einsätze im Jahr absolvieren die radelnden Helfer. Ihre wichtige Aufgabe erledigen sie mit Eifer und Begeisterung. Im Hauptberufsleben sind sie Elektroniker, Student oder Banker. Zur Malteser-Staffel, die gestern in Etzelsbach half, gehörte selbstverständlich auch ein Notarzt.
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