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Als die Concorde Feuer fing - Spekulationen über Absturz
Vor zehn Jahren: 113 Menschen sterben beim Concorde-Absturz

Es dauerte nur wenige Sekunden, als am 25. Juli 2000 eine Concorde in Flammen aufging und abstürzte. 113 Menschen kamen ums Leben, darunter 97 Deutsche. Noch heute, zehn Jahre später, wirft der Absturz Fragen auf. Hätte er verhindert werden können?
Das Bild hat wohl kaum einer vergessen: die pfeilspitze Schnauze der Concorde ragt in den Himmel, die hinteren Räder haben sich gerade vom Boden gelöst und scheinen nun in einem Feuerschweif zu verschwinden. Nicht einmal zwei Minuten nach ihrem Start vor zehn Jahren in Paris, fing die Concorde Feuer und stürzte ab.
97 Deutsche unter den Toten
100 Passagiere, neun Mitglieder der Crew und vier Menschen am Boden kamen ums Leben. 97 Passagiere waren Deutsche. Für sie sollte es der Beginn einer Reise mit anschließender Kreuzfahrt in der Karibik sein. Die Concorde galt als ein technisches Meisterwerk, von dem Piloten bis heute schwärmen. Seit Februar dieses Jahres versucht nun ein Gericht in Paris, den Grund für das Unglück zu finden.
Prozess um Concorde-Absturz
Im Mittelpunkt steht ein Metallteil in der Länge eines Lineals, das auf der Startbahn lag und einen Reifen zum Platzen gebracht haben soll. Das Metallteil stammte von einem zuvor gestarteten Flugzeug der US-Fluggesellschaft Continental Airlines.
Geplatzte Reifen gab es schon vorher
Schon vor dem Mammutprozess gab es viele Unstimmigkeiten zu dieser Theorie. Soll wirklich ein Metallteil ausreichen, um ein Flugzeug der Klasse einer Concorde zum Absturz zu bringen? Und woher kam das Feuer? Laut Zeugenaussagen - auch einige Feuerwehrleute sagten aus - hat die Concorde bereits 700 Meter bevor sie auf das Metallstück traf, gebrannt. Was könnte es dann gewesen sein?
Über den Unfallhergang gibt es Zweifel und Spekulationen. Concorde, die nur von den beiden Airlines Air France und British Airways seit 1969 eingesetzt wurde, soll schon im Vorfeld Probleme mit den Reifen gehabt haben. 57 Reifen sind in der Geschichte der Concorde geplatzt. 1979 wurde dabei auf einem Flug von Washington nach Paris ein Stück des Reifens in die Luft geschleudert und verursachte ein Loch in einem der Flügel. Nur die Aufmerksamkeit eines Passagiers verhinderte damals eine Katastrophe. Die Concorde setzte sofort wieder zum Landeanflug an.
Nach diesem Unfall hatte die französische Kontrollbehörde bereits empfohlen, die Tanks mit Kevlar auszukleiden, einem schusssicheren und vor allem hitzebeständigen Material. Damit sollten die Tanks besser vor herumfliegenden Teilen wie etwa von zerplatzten Reifen geschützt werden.
Fehler bei der Wartung?
Eine Theorie zum Unfallhergang geht davon aus, dass der Reifen schon vor dem Auftreffen auf das Metallteil geplatzt war (vermutlich durch einen Spalt in der Startbahn) und daraufhin ein Teil des Reifens wie eine "Granate" gegen den Tank schoss und dieser Feuer fing. "Der Tank war ja ganz voll, die Energie konnte nirgendwo anders hin", sagte der damalige Concorde-Pilot John Hutchinson. Eine Kevlar-Schicht gab es noch nicht, sie wurde erst nach dem Unglück im Juli 2000 eingebaut.
Ehemalige Concorde-Piloten von British Airways machen in einer Dokumentation des britischen Senders Channel 4 auch die Wartung der Flugzeuge durch Air France für den Unfall mitverantwortlich. So hat Air France bereits in der Vergangenheit zugegeben, dass ein Abstandshalter zwischen den Reifen der verunglückten Concorde gefehlt habe. Die Meinung von Gutachtern, wonach dies einen Einfluss auf den Unfall hatte, geht hier auseinander. Viele verweisen auf Bilder nach dem Unglück, die einen Schlingerkurs und leichten Linksdrall der Maschine zeigen.
Nur ein kurzer Neustart
Nach dem Unfall wurde die Concorde 14 Monate später wieder in Betrieb genommen. Doch die Welt hatte sich verändert. Nach dem 11. September 2001 sank die Zahl der Concorde-Passagiere drastisch. Außerdem kam es zu einem erneuten Zwischenfall mit einem ausgefallenen Motor. Die Kosten für die Wartung sollten astronomisch in die Höhe steigen. Air France zog sich zurück und kurz darauf auch British Airways. Am 24. Oktober 2003 landeten die letzten Concordes auf dem Londoner Flughafen Heathrow.
Ob die genaue Ursache, die zu dem Unglück führte, gefunden werden kann, ist schwer zu sagen. Am 6. Dezember will das Gericht voraussichtlich sein abschließendes Urteil fällen. An die rund 700 Angehörigen der Opfer wurden bereits im Vorfeld von Air France Entschädigungen in der geschätzten Höhe von 173 Millionen Euro gezahlt.
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